Information Overload im Internet

Informationsflut

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Wie kann Information Overload auf einer Website vermieden werden, damit Nutzer dennoch alle Inhalte überblicken können?

Das schnelle Erfassen von Beziehungen und Inhalten ist also essentiell (siehe 2.3 Ähnlichkeiten und Beziehungen [von Produkten und Elementen] visualisieren). Wie ist aber mit einer großen Anzahl an Inhalten umzugehen?

Die Informationsflut im Internet ist allenthalben bekannt. Sie wird als „Information Overload“ oder sogar als „Information Overkill“ bezeichnet (Kreutzer, 2012).

Überflutung im E-Mail-Postfach („Danke“)

Die E-Mail-Postfächer füllen sich täglich mit Spam-E-Mails oder „Danke“-E-Mails von den Arbeitskollegen, die die Empfänger – dank eines „Sie haben Post“ Signaltons – mit einem profanen „Vielen Dank“ unmittelbar von der eigentlichen Arbeit abhalten oder aus dieser herausreißen. Der somit verbundene ineffiziente Arbeitsstil soll zum Beispiel für die USA knapp 600 Milliarden Dollar betragen (Kreutzer, 2012).

Um zumindest der Spam-Flut, den E-Mails mit Werbecharakter, Herr zu werden, wird Anti-Spam-Software verwendet. Diese Software soll alle irrelevanten E-Mails aussortieren. Dies funktioniert bei Weitem nicht optimal.

Information Overload im Web

Ein Information Overload geht aber auch von Websites und Internet-Suchmaschinen aus. Der Nutzer wird mit Inhalten konfrontiert, die er nicht mehr so einfach assimilieren kann (Carlson, 2003).

Dieser subjektive Teil des Information Overload wird durch eine objektive Komponente erweitert. Denn die Quantität an direkt verfügbaren Informationen wächst stetig. Es ist ein Leichtes, im Internet Inhalte zu veröffentlichen – auch für Laien. Davon sind nach Ansicht von Carlson (2003) die meisten Inhalte für die Leser trivial oder nutzlos. Einige Websites davon würden sich sogar selbst als „nutzlose Wissens-Website“ bezeichnen.

Konkurrenz von Suchergebnissen

In der Masse stünden nach Ansicht des Autors bei Suchanfragen in Suchmaschinen Suchergebnisse in Konkurrenz, die eine Lösung für eine andere Suche bieten, mit denen, die genau die eine Anfrage beantworten. Genauigkeit der Suchergebnisse und die Erinnerung an diese seien dramatisch betroffen. Resultierend in Stressempfinden könne der Nutzer in seiner eigenen Wahrnehmung von Genauigkeit und Erinnerungsleistung beeinträchtigt werden. Die Quantität der verfügbaren Informationen wächst, doch die Qualität steigt nicht im gleichen Maße. Kreutzer (2012) bemängelt hierbei die fehlende Überprüfbarkeit der Seriosität der präsentierten Inhalte.

Information Overload bei Recommender Systems

Das Phänomen des Information Overloads kann sicherlich auch auf Empfehlungssysteme (Recommender Systems) u.a. auch im E-Commerce übertragen werden. Nachrichten-Websites schlagen dem Nutzer unter ausgewählten Inhalten ähnliche Inhalte vor. In Online-Shops werden unter dem eigentlichen Produkt weitere mehr oder weniger nützliche und verwandte Produktempfehlungen präsentiert.

Doch welcher Hilfsmittel kann sich der Nutzer nun bedienen bzw. welche Hilfsmittel können Website-Betreiber dem Nutzer zur Verfügung stellen, damit er die Suchergebnissen in Suchmaschinen, die Inhalten auf Nachrichten-Websites oder Produktempfehlungen überblicken kann?

Tipps gegen die Informationsüberflutung

Carlson (2003) schlagen vor, auf Personalisierung und Collaborative Filtering zu setzen. Für Kreutzer (2012) steht fest, dass Empfehlungssysteme mit Algorithmen gefragt sind, die dem Nutzer nicht nur Inhalte vorschlagen, die im direkten Zusammenhang stehen, sondern auch Themenfelder fokussieren, „die in einem übergeordnetem Zusammenhang zu den bisher bearbeiteten Themen stehen“ (Kreutzer, 2012, S. 106), um neue Verknüpfungen oder neue Lösungen zu finden.

Auszug aus: Gollus, S. (2012). Wahrnehmung von Produktempfehlungen aus Recommender Systems in Online-Shops, Seiten 15 – 17

Quellen:

  • Carlson, C. N. (2003). Information overload, retrieval strategies and internet user empowerment. pages 169 – 173. Media Lab UIAH. The Good, the Bad and the Irrelevant (COST 269), Helsinki (Finland), 3 – 5 September 2003.
  • Kreutzer, R. T. (2012). Trends und Perspektiven im Online-Marketing. In praxisorientiertes Online-Marketing, Seiten 477–489. Gabler Verlag. 10.1007/978-3-8349-6774-96.

Weiterführende Informationen:



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